Politik zwischen Matjesfilet und Rollmops

07. März 2017

Informierten über das politische Geschehen.
Hauzenberg. Den Beginn der Fastenzeit nutzt der Hauzenberger SPD-Stadtverband mit seinen drei Ortsvereinen traditionellerweise dafür, den Bürgern das politische Geschehen nahezubringen und schmackhaft zu machen. So ist zum wiederholten Mal im Gasthaus "La Plata" Kommunal-, Kreis-, Landes- und Bundespolitik mit Fisch auf dem Teller serviert worden.

Mit dem Besuch von Christian Flisek ist den nahezu 100 Hauzenberger Sozialdemokraten und politisch interessierten Gästen eine besondere Ehre zuteil geworden: Der Bundestagsabgeordnete war wenige Stunden zuvor Redner auf der Aschermittwochsveranstaltung in Vilshofen und saß beim designierten Kanzlerkandidaten Michael Schulz am Tisch. "Jede Organisationlebt von der Jugend"Schulz bedankte sich mit einem persönlichen Plakat ("Für Andi – Dein Martin Schulz!") für das Engagement von Andreas Anetzberger, der 2010 die Jusos gegründet hatte. "Jede Organisation lebt von der Jugend, und bei uns haben junge Mitglieder frühzeitig Verantwortung übernommen. Die Jusos haben uns unendlich gutgetan", würdigte auch Johannes Seiser die Verdiente von Anetzberger, der mit dem 36. Geburtstag jüngst von der Jugendorganisation der SPD aus Altersgründen ausgeschieden ist. "Wir sind eine eifrige kleine Truppe, dürfen immer mitreden, und wir müssen auch nicht immer die Meinung der SPD teilen. Bei heiklen Themen schon gar nicht. Das ist auch weiterhin mein Ansporn, mich politisch zu engagieren", sagte Anetzberger, der mittlerweile den Hauzenberger SPD-Ortsverein leitet. Brennpunktthema ist neben der Nordtangente das Kostenausmaß der neuen Kläranlage mit der jüngst im Stadtrat verabschiedeten "50-50-Regelung" (die PNP berichtete) gewesen. "Wir wissen noch nicht genau, wie teuer die Reise am Ende werden wird, auch wenn wir mittlerweile wissen, wohin die Reise geht", kommentierte Seiser den aktuellen Stand der Dinge. Bei der Abstimmung habe die SPD-Fraktion keine Einigkeit demonstriert. Johannes Schätzl teilte mit, dass es keinen Fraktionszwang gibt und bei dieser weitreichenden Entscheidung jeder Mandatsträger nach bestem Gewissen und persönlichem Empfinden votiert habe. "Ja, es stimmt. In der SPD gab es unterschiedliche Meinungen, aber wir haben wenigstens eine Meinung, die wir öffentlich kundtun. Die CSU hatte sich in die öffentliche Diskussion nicht eingebracht, den Tagesordnungspunkt schweigend begleitet. So viel zum Thema Meinungsäußerung", stellte der jüngste Politiker des Stadtrats fest. Seine SPD-Kollegen informierten auch über die anstehenden Ausgaben der Stadt, darunter Hochwasserschutz, Pendlerparkplatz in Sickling, Ausrüstungsgegenstände und Fahrzeuge für die Feuerwehr, Breitbanderschließung, Sanierung des Stadiongebäudes, Umbau des Jugendtreffs "Brennpunkt" und die Investitionen am Freudensee. Flisek thematisierte den Schwung, den die Partei gerade erfahre: Binnen eines Monats seien 10000 Menschen in die SPD eingetreten. "Wir werden freilich nicht nur Rückenwind, sondern auch noch gewaltig viel Gegenwind erfahren. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen in Zeiten, die sehr ernst sind, in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Unser Anspruch ist es, ein noch größeres Auseinanderdriften der Gesellschaft zu vermeiden und das Land gerechter zu gestalten." Flisek lobte die politische Informationsveranstaltung in der Granitstadt, die heuer so publikumsintensiv wie schon lange nicht mehr angenommen worden sei. Es gehöre zum Selbstverständnis eines Politikers dazu, die Bürger ungefiltert über politische Vorgänge zu informieren, Transparenz zu schaffen. Dies sei nicht nur Aufgabe der Medien, sondern auch der Mandatsträger. Diese uneingeschränkte Presse- und Meinungsfreiheit müsse auch in Hauzenberg gelten. − win

Quelle: Passauer Neue Presse

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