MdB Schätzl: KI-Gesetzgebung hinkt hinterher

28. August 2025

Der Obmann der SPD im Bundestagsausschuss für Digitales referiert vor Partei-Senioren Chancen und Risiken der KI hat auf Einladung der Senioren der SPD AG60+ im Unterbezirk Passau MdB Johannes Schätzl, Informatiker und Obmann der SPD im Bundestagsausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung, beleuchtet. KI arbeitet auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeiten und Mustererkennung in großen Datenmengen. Aufgrund begrenzter Rechenkapazitäten spielte sie in den vergangenen Jahrzehnten nur eine begrenzte Rolle und fand vor allem Anwendung in spezialisierten Bereichen wie etwa Schachprogrammen oder der Aufdeckung von Betrugsversuchen anhand ungewöhnlicher Zusammenhänge. Doch mittlerweile steigen, so Schätzl, die Rechenkapazitäten rasant, was zu einer deutlichen Ausweitung der Einsatzmöglichkeiten führt. Mit sogenannter generativer KI lassen sich bereits heute auf Anfrage Texte, Musik, Filme oder Kunstwerke erzeugen. Große Sprachmodelle (Large Language Models) greifen dabei auf enorme Mengen digitaler Daten zurück und verbessern sich durch kontinuierliches Training.

MdB Schätzl: KI-Gesetzgebung hinkt hinterher

Infos zum Thema Digitalisierung (v.l.): Vorsitzende Maria Eckinger, stellvertretende Vorsitzende Jella Teuchner, MdB Johannes Schätzl und stellvertretender Vorsitzender Dieter Rabs. - Foto: privat

Weitere Anwendungen sind Sprachassistenten, Gesichtserkennung, automatische Übersetzungen, Chatbots in Kundenhotlines oder Navigationssysteme. Dennoch stehen wir laut Schätzl erst am Anfang der IQ-Entwicklung und es sei gemäß Steven Hawking abzuwarten, ob „KI entweder das Beste oder das Schlimmste ist, das der Menschheit passiert ist". KI wird in vielen Bereichen der Arbeitswelt genutzt, ob in der Industrie (z.B. für Qualitätskontrolle, Wartung und Kundendienst), in der Landwirtschaft, im Büro (z.B. Kundenanfragen), im Finanzsektor (z.B. Vermögensberatung) und im Einzelhandel, als Simultandolmetscher oder für autonomes Fahren. Auch in der Medizin sind große Fortschritte durch K3 zu erwarten. All dies wird Einfluss auf die zukünftige Arbeitswelt haben. Vermutlich werden bestimmte Berufe verschwinden, andere aber eher gefragter werden und neue Berufe entstehen. Auch die Schule wird sich verändern, sofern sie es nicht längst tut. Schätzl betonte, dass es wenig sinnvoll sei, Schülern und Lehrkräften die Nutzung von KI zu verbieten. Viel wichtiger sei es, den verantwortungsvollen Umgang mit dieser Technologie zu vermitteln und insbesondere über ihre Risiken aufzuklären. Denn mit dem Einsatz von KI seien zweifellos auch erhebliche Risiken verbunden. So ließen sich mit KI täuschend echte Falschmeldungen und gefälschte Dokumente erzeugen, sei die Haftungsfrage bei fehlerhaften Inhalten bislang ungeklärt, würden Urheberrechte häufig nicht beachtet, könne KI diskriminierende Tendenzen in Daten verstärken und berge der Einsatz von KI in militärischen Bereichen erhebliche Gefahren. Zudem sei der Energieverbrauch enorm -Prognosen zufolge könnte KI bis 2030 für einen erheblichen Anteil des weltweiten Strombedarfs verantwortlich sein. Wichtig ist laut Schätzl, dass die Gesetzgebung die Entwicklung von KI zeitnah und zu Gunsten der Bürger begleitet. Auch wenn klar sei, dass die Gesetzgebung der technischen Entwicklung hinterherhinkt. Ein konkreter Vorschlag: Kl-generierte Inhalte sollten verpflichtend mit einem digitalen Wasserzeichen versehen werden, damit sie als solche erkennbar sind. Diese Forderung sei bereits in der politischen Diskussion, müsse jedoch noch einige Hürden in Wirtschaft und Politik überwinden. Quelle: PNP

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